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Die Lambliasis (Giardiaisis) ist eine Infektion des menschlichen Darmes, hervorgerufen durch das Protozoon Giardia lamblia. Diese führt zu einer akuten oder chronischen Durchfallerkrankung. Beim chronischem Verlauf wechseln sich Phasen von normalem Stuhlgang mit typischerweise postprandialen Durchfallsschüben ab. Für die Patienten ist dabei besonders die Flatulenz störend, die durch fauligen Geruch auffällt. Bei Patienten mit chronischem Lamblien-Befall resultiert nicht selten eine unterschiedlich ausgeprägte Malabsorptionssymptomatik.

Ebenso sehe ich immer wieder Assoziationen mit einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Dünndarms (SIBO, IMO) bzw. Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Intoleranzen (Fruktose, Lactose, Weizen u.a.). Ebenso kann es zu chronischen Erschöpfungszuständen kommen und zu einem sogenannten Leaky gut Syndrom und einer verminderten Resorption von Vitaminen und Spurenelementen (Malabsorptionssyndrom). Ebenso kann es zu Übelkeit, Erbrechen, einem Gewichtsverlust und Bauchschmerzen kommen. Chronische Infektionen mit Lamblien sind möglich. Bei Kindern kann es zu einer Gedeihsstörung kommen.

Es gibt in Deutschland übrigens keinen einzigen Süßwassersee, welcher nicht mit Lamblien belastet ist. Die schulmedizinische Diagnostik besteht aus dem Nachweis des Lamblien Antigens im Stuhl (Anmerkung: ich habe keinen klassischen schulmedizinischen Arzt und auch Gastroenterologen gesehen,weder in der Klinik noch niedergelassen, welcher das noch bei Patienten noch durchführt) oder mittels einer Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD, Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms), bei welcher Proben aus dem oberen Teil des Dünndarms (Duodenum) genommen werden und diese auf Lamblien untersucht werden. Ich habe in meiner Laufbahn als Arzt seit 2008 keinen einzigen positiven Befund im Sinne eines Versuchs einer endoskopischen Diagnostik (mittels ÖGD) gesehen. Dies hat mich doch zum Nachdenken angeregt, da sehr viele Symptome bei meinem Patienten vorlagen und häufig sieht man auch in einer Stuhldiagnostik eine erhöhte Ausscheidung von Fett.

Jedoch haben zahlreiche Kollegen mit alternativmedizinischen Diagnostikverfahren (z.B. Elektroakupunktur nach Fonk) häufig den Nachweis einer Lamblieninfektion erbracht. Wir testen laborchemisch mittels einer PCR den Stuhl auf Lamblien, mittels einer Antikörperdiagnostik (dem IFT auf Giardia lamblia, dieser wird von der Schulmedizin als obsolet angesehen) und/oder mittels einer zellulärer Immundiagnostik (LTT) und können somit sehr genau beurteilen, ob bei dem Betroffenen eine Lamblieninfektion vorliegt. Nach einer entsprechenden Therapie konnten bei Patienten deutliche Verbesserungen ihrer Symptomatik erreicht werden. Dies stellt natürlich auch die klassische schulmedizinische Art und Weise der Diagnostik für mich infrage, sofern diese überhaupt noch erfolgt und die Beschwerdesymptomatik des Patienten gedanklich durch den Arzt überhaupt noch mit Lamblien assoziiert wird. Zu oft endet der Patient hier in psychosomatischer Behandlung mit dem Hinweis des behandelnden Arztes, dass aufgrund der Magen und Darmspiegelung gesagt werden kann, dass eine somatische Ursache ausgeschlossen werden kann.

Infizierte Menschen, die Symptome haben, können klassisch mit Tinidazol, Metronidazol oder Nitazoxanid zum Einnehmen behandelt werden. Ebenso kann die Therapie um natürliche Substanzen erweitert werden oder diese teilweise sogar ersetzen. Wichtig ist bei der Therapie zu beachten, dass Lamblien auch einen Biofilm bilden, welcher sie gegen Substanzen zur Therapie schützt. Dies muss unbedingt beachtet werden.

Im Rahmen unseres nächsten Newsletters werden wir uns mit Helicobacter pylori beschäftigen. Dieses ist auch ein sehr spannendes Thema und häufig übersehen. Ich wünsche Ihnen einen guten Wochenausklang und bis bald, ihr Dr. Stefan Rohrer